= Wismar =
Wismar wurde früher u.a. Wismaria, Visemêr, Wismar (1147, 1167), Wyssemaria (1229) oder Wismaria (1237) genannt.
Der Name der Stadt ist nicht eindeutig und soll sich vom Namen des östlich der Stadt gelegenen Baches der aqua Wisemaraa ableiten.
Die vermutete Ansiedlung Alt Wismar (Urkunde von 1167) kann später in die neue Stadt aufgegangen sein.
[c] Stadtgründung [c]
Die Region um Wismar ist jahrtausendealtes Besiedlungsgebiet. Nach dem Abzug der Germanen in der Völkerwanderung lebten hier bis zum Ende des 12. Jahrhunderts wendische oder slawische Obodriten.
Die Stadtgründung, geschätzt auf 1226, geht vermutlich auf den Fürsten Heinrich Borwin I. zurück. 1229 wurde die Stadt Wismar erstmals urkundlich erwähnt. Die hier angesiedelten Menschen stammten – ihren Familiennamen nach – wohl aus Holstein, Westfalen, Niedersachsen und der Mark. Kurz darauf wurde in Wismar das Lübische Stadtrecht eingeführt, 1266 bestätigt. Die einzelnen Siedlungen um St. Marien und St. Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Durch den Zuzug von Siedlern kam ab 1250 die Neustadt um St. Georgen hinzu. Wismar war Sitz der Bettelorden Franziskaner (1251/1252) und Dominikaner (1292/1293). 1276 war die erste Siedlungsphase beendet. Wismar errichtete eine alle Viertel umschließende Stadtmauer, deren Lage auch heute die Begrenzung der Altstadt darstellt.
[c] Hansezeit [c]
Am 6. September 1259 trafen sich in Wismar die Gesandten aus Lübeck und Rostock, um einen Schutzvertrag gegen die zunehmende Seeräuberei zu schließen; für Wismar der Beginn der Hansezeit. 1280 bildete Wismar an der Hansischen Ostseestraße zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund. Die Stadt wurde im Mittelalter ein wichtiges Mitglied der Hanse. Von 1238 bis 1250 entstand die Wismarer Neustadt und Wismar erreichte seine bis ins 18. Jahrhundert gültige Ausdehnung.
Fürst Johann I. von Mecklenburg verlegte 1257 seine Residenz von der Burg Mecklenburg auf den Weberkamp vor der Stadt und Wismar blieb bis 1358 ihre Residenzstadt. 1259 schlossen sich die Städte Rostock, Lübeck und Wismar zusammen, um gemeinsam gegen die Seeräuber zu kämpfen. Der 1283 folgenden Rostocker Landfrieden stabilisierte die Zusammenarbeit der Hansestädte. 1267 war der erste großen Stadtbrand und der Wiederaufbau erfolgte mit vielen Backsteinhäusern. Nach einem Aufstand von 1310 gegen Henrich II. von Mecklenburg musste sich Wismar 1311 dem Herzog unterwerfen.
1350 starben etwa 2000 Einwohner am Schwarze Tod. In den kriegerischen Auseinandersetzungen der Hanse mit Dänemark stand Wismar mit den Städten des Wendischen Viertels. Nach dem Frieden von Stralsund besuchte Kaiser Karl IV. 1375 die Stadt.
Anfang des 15. Jahrhunderts begehrten die Handwerksämter unter ihrem Anführer Claus Jesup auf und setzten einen Neuen Rat ein, der sich gegen das Patriziat und die Fernhändler jedoch dauerhaft nicht halten konnte. Die Unruhen eskalierten 1427 nach der Niederlage der hansischen Flotte erneut, und in Wismar wurden der Flottenführer wie auch der Bürgermeister Johann Bantzkow auf dem Richtblock des Marktplatzes hingerichtet.
Die Reformation ging in Wismar von den Franziskanern aus. Der Mönch des Grauen Klosters Heinrich Never übernahm frühzeitig die neue lutherische Lehre. Das Graue Kloster wurde um 1540 zur Schule und dann zur Lateinschule.
Der Kanalbau der Viechelner Fahrt, heute Wallensteingraben genannt, konnte 1594 als Wasserstraße zum Schweriner See und zur Elbe in Betrieb genommen werden und er verfiel kurz darauf.
[https://de.wikipedia.org/wiki/Wismar, 2016-05-12]